Lungenkrebsscreening - Tumore durch CT früh erkennen

Mehr Sicherheit durch Lungenkrebsscreening: Die Untersuchung mittels Niedrigdosis-CT ermöglicht eine hochpräzise Darstellung der Lunge bei gleichzeitig geringer Strahlenbelastung. Ziel ist es, verdächtige Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich zu verbessern.

Grafik: Magnific

farbliche KI-Grafik von Magnific, die besonders die zwei Lungenflügel hervorhebtfarbliche KI-Grafik von Magnific, die besonders die zwei Lungenflügel hervorhebt

Lungenkrebs – mehr Sicherheit durch CT-Untersuchung

Lungenkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Da die Erkrankung oft lange ohne Beschwerden verläuft, wird sie in vielen Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Umso wichtiger ist eine gezielte Früherkennung für Menschen mit erhöhtem Risiko.

Für das neue Lungenkrebsscreening arbeiten speziell zertifizierte Radiologinnen und Radiologen, entsprechend fortgebildete Hausärztinnen und Hausärzte sowie zuweisende Fachärztinnen und Fachärzte Hand in Hand: Denn je früher auffällige Veränderungen in der Lunge erkannt werden, desto besser sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung.

Ein Fachangestellter bedient ein MRT-Gerät, auf dessen Liegefläche ein Patient liegt

Wer teilnehmen kann

Das Screening richtet sich an Menschen mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs. Dazu gehören langjährige Raucherinnen und Raucher sowie ehemalige Raucherinnen und Raucher, die über viele Jahre regelmäßig Zigaretten konsumiert haben. Risikogruppen können alle 12 Monate am Lungenkrebsscreening teilnehmen.
Zur Teilnahme am Lungenkrebsscreening müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein:

Alter: 50-75 Jahre

starker Zigarettenkonsum (≥25 Jahre und ≥15 Packungsjahre)

aktiver Rauchstatus oder Rauchpause unter 10 Jahren

stabiler Gesundheitszustand

Wie die Teilnahme am Screening abläuft

Wenn Sie sich für das Lungenkrebsscreening interessieren, wenden Sie sich zuerst an eine allgemeinmedizinische oder internistische Praxis, die sich an der Lungenkrebsfrüherkennung beteiligt. Dort wird geprüft, ob Sie alle Voraussetzungen zur Teilnahme am Lungenkrebsscreening erfüllen. Sollte dies der Fall sein, erhalten Sie eine Überweisung in die Radiologie.

In unseren Praxen wird dann eine sogenannte Niedrigdosis-Computertomographie (Low-Dose-CT) Ihrer Lunge durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine spezielle CT-Untersuchung, die mit einer deutlich geringeren Strahlenbelastung als eine herkömmliche Computertomographie auskommt. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei.

Anschließend begutachten unsere speziell für das Lungenkrebsscreening zertifizierten Radiologinnen oder Radiologen die CT-Bilder und prüfen diese auf Auffälligkeiten.

Der Ablauf des Lungenkrebsscreenings

Die Grafik des Gemeinsamen Bundesausschusses zeigt den Ablauf des Lungenkrebsscreenings im Detail.

Weitere Informationen hier

Grafik des Gemeinsamen Bundesausschusses, die den Ablauf der Lungenkrebs-Früherkennung abbildet

Zweitbefundung durch zertifiziertes Zentrum

Eine für das Lungenkrebsscreening zugelassene Radiologin oder ein zugelassener Radiologe führt nach einem ärztlichen Aufklärungsgespräch die Niedrigdosis-CT zur Lungenkrebsfrüherkennung durch und beurteilt die Aufnahme. Bei einem unauffälligen Befund ist eine erneute Untersuchung nach 12 Monaten möglich.

Ist der Befund kontroll- oder abklärungsbedürftig, übermittelt die Radiologin oder der Radiologe die Niedrigdosis-CT-Aufnahme an einen an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmenden Zweitbefunder in einem entsprechend zertifizierten Zentrum. Die Zweitbefunderin oder der Zweitbefunder beurteilt die Niedrigdosis-CT-Aufnahmen unabhängig von der Erstbefundung.
Anschließend tauschen sich Erst- und Zweitbefunder für eine gemeinsame Beurteilung aus. Bei einer höchstwahrscheinlich gutartigen Auffälligkeit empfehlen sie eine erneute Untersuchung innerhalb von weniger als 12 Monaten. Besteht hingegen ein konkreter Verdacht auf Lungenkrebs, werden unverzüglich weitere Maßnahmen eingeleitet. Die oder der Erstbefundende bespricht das weitere Vorgehen zeitnah mit der Patientin oder dem Patienten.

Unterstützung durch Künstliche Intelligenz

Die ärztliche Befundung von Niedrigdosis-CTs der Lunge im Rahmen des Screenings wird durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz unterstützt. Die Software erkennt automatisch Lungenknoten, erfasst Anzahl, Größe und Volumen und unterstützt die Einordnung nach Lung-RADS. Bei Kontrolluntersuchungen können frühere Aufnahmen automatisch mit aktuellen Bildern verglichen und Veränderungen der Knoten nachvollzogen werden.

Die Ergebnisse werden strukturiert aufbereitet und können in Befunde übernommen werden. Es lassen sich des Weiteren zusätzlich Emphysemveränderungen und Verkalkungen der Herzkranzgefäße aus derselben CT-Untersuchung analysieren.

Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenversicherung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Früherkennung von Lungenkrebs als offizielle Kassenleistung beschlossen: Seit April 2026 können aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher die Untersuchung in Anspruch nehmen. Wenn Sie die Kriterien für das Lungenkrebsscreening erfüllen, haben Sie in der Regel alle 12 Monate Anspruch auf eine Niedrigdosis-CT zur Früherkennung von Lungenkrebs. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Ob Sie das Angebot nutzen, liegt ganz bei Ihnen: Die Untersuchung ist freiwillig. Ihnen entstehen keine Nachteile bei Ihrer Krankenversicherung, wenn Sie die Untersuchung nicht wahrnehmen – auch nicht im Falle einer späteren Lungenkrebserkrankung.

Teilnahme am Lungenkrebsscreening – Ihre Vorteile

Das Ziel des Screenings ist es, Lungenkrebs möglichst früh zu entdecken. Frühe Tumorstadien lassen sich häufig besser behandeln als fortgeschrittene Erkrankungen. Studien zeigen, dass ein gezieltes Screening bei Menschen mit hohem Risiko die Sterblichkeit an Lungenkrebs senken kann.

Erkennung im Frühstadium

Durch die Teilnahme am Lungenkrebsscreening können etwaige Lungentumore früh erkannt und die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung gesteigert werden.

Mehr Sicherheit

Ein unauffälliges Ergebnis im Lungenkrebsscreening kann zusätzliche Sicherheit geben.

Geringe Strahlenbelastung

Die Untersuchung erfolgt mit einer deutlich reduzierten Strahlendosis im Vergleich zu einer herkömmlichen CT.

Schmerzfreie Untersuchung

Die Niedrigdosis-CT dauert nur wenige Minuten und ist nicht invasiv.

Schonendere Therapien

Kleine Tumore können oft mit weniger belastenden Behandlungsverfahren therapiert werden.

Individuelle Betreuung

Bei auffälligen Befunden erfolgt eine strukturierte Weiterleitung zur weiteren Diagnostik und Behandlung.

Bild von Magnific: Gesicht eines Mannes im Profil, der mit geschlossenen Augen Zigarettenrauch aus der Nase bläst

Screening ersetzt nicht den Rauchstopp

Auch wenn das Screening eine wichtige Möglichkeit der Früherkennung bietet, ersetzt es nicht den Verzicht auf das Rauchen. Ein Rauchstopp ist weiterhin die wirksamste Maßnahme, um das Risiko für Lungenkrebs und viele andere Erkrankungen deutlich zu senken. Ärztinnen und Ärzte unterstützen Betroffene dabei mit Beratungs- und Entwöhnungsangeboten.

Foto: Magnific

Häufig gestellte Fragen