Lungenkrebsscreening - Tumore durch CT früh erkennen
Mehr Sicherheit durch Lungenkrebsscreening: Die Untersuchung mittels Niedrigdosis-CT ermöglicht eine hochpräzise Darstellung der Lunge bei gleichzeitig geringer Strahlenbelastung. Ziel ist es, verdächtige Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich zu verbessern.
Grafik: Magnific

Lungenkrebs – mehr Sicherheit durch CT-Untersuchung
Lungenkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Da die Erkrankung oft lange ohne Beschwerden verläuft, wird sie in vielen Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Umso wichtiger ist eine gezielte Früherkennung für Menschen mit erhöhtem Risiko.
Für das neue Lungenkrebsscreening arbeiten speziell zertifizierte Radiologinnen und Radiologen, entsprechend fortgebildete Hausärztinnen und Hausärzte sowie zuweisende Fachärztinnen und Fachärzte Hand in Hand: Denn je früher auffällige Veränderungen in der Lunge erkannt werden, desto besser sind die Chancen für eine erfolgreiche Behandlung.
Wie die Teilnahme am Screening abläuft
Wenn Sie sich für das Lungenkrebsscreening interessieren, wenden Sie sich zuerst an eine allgemeinmedizinische oder internistische Praxis, die sich an der Lungenkrebsfrüherkennung beteiligt. Dort wird geprüft, ob Sie alle Voraussetzungen zur Teilnahme am Lungenkrebsscreening erfüllen. Sollte dies der Fall sein, erhalten Sie eine Überweisung in die Radiologie.
In unseren Praxen wird dann eine sogenannte Niedrigdosis-Computertomographie (Low-Dose-CT) Ihrer Lunge durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine spezielle CT-Untersuchung, die mit einer deutlich geringeren Strahlenbelastung als eine herkömmliche Computertomographie auskommt. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei.
Anschließend begutachten unsere speziell für das Lungenkrebsscreening zertifizierten Radiologinnen oder Radiologen die CT-Bilder und prüfen diese auf Auffälligkeiten.
Der Ablauf des Lungenkrebsscreenings
Die Grafik des Gemeinsamen Bundesausschusses zeigt den Ablauf des Lungenkrebsscreenings im Detail.
Weitere Informationen hier
Zweitbefundung durch zertifiziertes Zentrum
Eine für das Lungenkrebsscreening zugelassene Radiologin oder ein zugelassener Radiologe führt nach einem ärztlichen Aufklärungsgespräch die Niedrigdosis-CT zur Lungenkrebsfrüherkennung durch und beurteilt die Aufnahme. Bei einem unauffälligen Befund ist eine erneute Untersuchung nach 12 Monaten möglich.
Ist der Befund kontroll- oder abklärungsbedürftig, übermittelt die Radiologin oder der Radiologe die Niedrigdosis-CT-Aufnahme an einen an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmenden Zweitbefunder in einem entsprechend zertifizierten Zentrum. Die Zweitbefunderin oder der Zweitbefunder beurteilt die Niedrigdosis-CT-Aufnahmen unabhängig von der Erstbefundung.
Anschließend tauschen sich Erst- und Zweitbefunder für eine gemeinsame Beurteilung aus. Bei einer höchstwahrscheinlich gutartigen Auffälligkeit empfehlen sie eine erneute Untersuchung innerhalb von weniger als 12 Monaten. Besteht hingegen ein konkreter Verdacht auf Lungenkrebs, werden unverzüglich weitere Maßnahmen eingeleitet. Die oder der Erstbefundende bespricht das weitere Vorgehen zeitnah mit der Patientin oder dem Patienten.
Unterstützung durch Künstliche Intelligenz
Die ärztliche Befundung von Niedrigdosis-CTs der Lunge im Rahmen des Screenings wird durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz unterstützt. Die Software erkennt automatisch Lungenknoten, erfasst Anzahl, Größe und Volumen und unterstützt die Einordnung nach Lung-RADS. Bei Kontrolluntersuchungen können frühere Aufnahmen automatisch mit aktuellen Bildern verglichen und Veränderungen der Knoten nachvollzogen werden.
Die Ergebnisse werden strukturiert aufbereitet und können in Befunde übernommen werden. Es lassen sich des Weiteren zusätzlich Emphysemveränderungen und Verkalkungen der Herzkranzgefäße aus derselben CT-Untersuchung analysieren.
Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenversicherung
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Früherkennung von Lungenkrebs als offizielle Kassenleistung beschlossen: Seit April 2026 können aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher die Untersuchung in Anspruch nehmen. Wenn Sie die Kriterien für das Lungenkrebsscreening erfüllen, haben Sie in der Regel alle 12 Monate Anspruch auf eine Niedrigdosis-CT zur Früherkennung von Lungenkrebs. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Ob Sie das Angebot nutzen, liegt ganz bei Ihnen: Die Untersuchung ist freiwillig. Ihnen entstehen keine Nachteile bei Ihrer Krankenversicherung, wenn Sie die Untersuchung nicht wahrnehmen – auch nicht im Falle einer späteren Lungenkrebserkrankung.
Teilnahme am Lungenkrebsscreening – Ihre Vorteile
Das Ziel des Screenings ist es, Lungenkrebs möglichst früh zu entdecken. Frühe Tumorstadien lassen sich häufig besser behandeln als fortgeschrittene Erkrankungen. Studien zeigen, dass ein gezieltes Screening bei Menschen mit hohem Risiko die Sterblichkeit an Lungenkrebs senken kann.
Screening ersetzt nicht den Rauchstopp
Auch wenn das Screening eine wichtige Möglichkeit der Früherkennung bietet, ersetzt es nicht den Verzicht auf das Rauchen. Ein Rauchstopp ist weiterhin die wirksamste Maßnahme, um das Risiko für Lungenkrebs und viele andere Erkrankungen deutlich zu senken. Ärztinnen und Ärzte unterstützen Betroffene dabei mit Beratungs- und Entwöhnungsangeboten.
Foto: Magnific
Häufig gestellte Fragen
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Früherkennung von Lungenkrebs als offizielle Kassenleistung beschlossen: Seit April 2026 wird die Untersuchung für aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Zur Teilnahme am Lungenkrebsscreening müssen Sie die folgenden Kriterien erfüllen:
- Sie sind zwischen 50 und 75 Jahren alt.
- Ihr Zigarettenkonsum ist stark (≥25 Jahre und ≥15 Packungsjahre).
- Sie rauchen derzeit aktiv oder rauchen seit weniger als 10 Jahren nicht mehr.
- Ihr Gesundheitszustand ist stabil.
Wenn Sie sich für das Lungenkrebsscreening interessieren, wenden Sie sich zuerst an eine allgemeinmedizinische oder internistische Praxis, die sich an der Lungenkrebsfrüherkennung beteiligt. Dort wird geprüft, ob Sie alle Voraussetzungen zur Teilnahme am Lungenkrebsscreening erfüllen. Sollte dies der Fall sein, erhalten Sie eine Überweisung in die Radiologie, und können einen Termin zum Lungenkrebsscreening vereinbaren. Bitte bringen Sie diese Überweisung zu Ihrem Lungenkrebsscreening-Termin mit.
Packungsjahre beschreiben, wie viel eine Person im Verlauf ihres Lebens geraucht hat. Die Packungsjahre ergeben sich aus der Anzahl der Jahre, in denen geraucht wurde, multipliziert mit der durchschnittlichen Anzahl der pro Tag gerauchten Packungen. Dabei entspricht eine Packung 20 Zigaretten. Wer beispielsweise über 30 Jahre hinweg im Durchschnitt eine halbe Packung pro Tag geraucht hat, kommt auf 15 Packungsjahre.
Eine für das Lungenkrebsscreening zugelassene Radiologin oder ein zugelassener Radiologe führt nach einem ärztlichen Aufklärungsgespräch die Niedrigdosis-CT zur Lungenkrebsfrüherkennung durch und beurteilt die Aufnahme. Bei einem unauffälligen Befund ist eine erneute Untersuchung nach 12 Monaten möglich.
Ist der Befund kontroll- oder abklärungsbedürftig, übermittelt die Radiologin oder der Radiologe die Niedrigdosis-CT-Aufnahme an einen an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmenden Zweitbefunder in einem entsprechend zertifizierten Zentrum. Die Zweitbefunderin oder der Zweitbefunder beurteilt die Niedrigdosis-CT-Aufnahmen unabhängig von der Erstbefundung.
Anschließend tauschen sich Erst- und Zweitbefunder für eine gemeinsame Beurteilung aus. Bei einer höchstwahrscheinlich gutartigen Auffälligkeit empfehlen sie eine erneute Untersuchung innerhalb von weniger als 12 Monaten. Besteht hingegen ein konkreter Verdacht auf Lungenkrebs, werden unverzüglich weitere Maßnahmen eingeleitet. Die oder der Erstbefundende bespricht das weitere Vorgehen zeitnah mit der Patientin oder dem Patienten.
Für die Früherkennung von Lungenkrebs kann grundsätzlich alle 12 Monate eine CT-Untersuchung durchgeführt werden. Vorab wird geprüft, ob die Lunge in den vergangenen 12 Monaten bereits aus anderen Gründen per CT untersucht wurde. Sind diese Aufnahmen für die Früherkennung von Lungenkrebs geeignet, ist keine zusätzliche CT-Untersuchung erforderlich.
Die Strahlendosis einer Niedrigdosis-CT liegt deutlich unter der einer konventionellen CT-Untersuchung. Die Strahlenbelastung ist so gering, dass in der Regel keine gesundheitlichen Folgen zu erwarten sind. Dennoch kann die Strahlenexposition in sehr seltenen Fällen zur Entstehung von Krebs beitragen. Experten gehen davon aus, dass nach einer 25-jährigen jährlichen Teilnahme an der Untersuchung infolge der Strahlenbelastung folgende zusätzliche Krebsfälle zu erwarten sind: weniger als 3 von 1.000 Frauen beziehungsweise etwa 1 von 1.000 Männern.